Was ist Cellulite?
Unter Cellulite (Orangenhaut) versteht man eine Vermehrung von Fettzellen im
Unterhautfettgewebe. Weil diese Fettzellen durch das erschlaffte
Bindegewebe nach oben drücken, macht sich diese Vermehrung durch
ein unregelmäßiges Relief unter der Haut besonders am Bauch, Po
und an den Oberschenkeln bemerkbar. Der überwiegende Anteil aller
Frauen über 20 Jahre sind betroffen.
Dass die Cellulite fast ausschließlich Frauen betrifft, liegt am speziellen
Aufbau ihrer Haut und an deren Reaktion auf die weiblichen Hormone:
Die Lederhaut der Frauen ist elastischer und viel weniger derb als jene der Männer.
In ihrer Unterhaut finden sich vermehrt Fettzellen. Kollagenfasern, die dort für
Reißfestigkeit sorgen, lagern sich bei der Frau parallel nebeneinander, während
sie beim Mann netzartig ineinander verwoben sind. Dadurch können sich wachsende
Fettzellen zwischen den Kollagenfasern hindurchzwängen und werden an der
Oberfläche sichtbar. So entsteht eine unregelmäßige Struktur an den betroffenen
Flächen.
>> Kneif-Test <<
Dieser Test dient zur Lokalisation von Veränderungen, wenn diese noch nicht richtig sichtbar sind.
Man nimmt die Haut zwischen Daumen und Zeigefinger und sucht unter Druck nach Unregelmäßigkeiten (Dellen) im Unterhautgewebe.
Skala nach Nürnberger-Müller
Diese Klassifizierung unterscheidet vier Stufen der Veränderung:
- Stufe null zeigt keine Dellen beim Zusammendrücken der Haut
- Stufe eins zeigt spontan keine Veränderungen, nur Druck führt zu Dellen
- Stufe zwei zeigt Dellen im Stehen, aber nicht im Liegen
- Stufe drei ist gekennzeichnet durch Veränderungen der Haut im Stehen und im Liegen
Erschlaffen des Bindegewebes
Für das Erschlaffen des Bindegewebes sind vor allem weibliche Geschlechtshormone
verantwortlich. Sie sorgen dafür, dass die enge Vernetzung des Bindegewebes
gelockert wird. Das ist biologisch sinnvoll, denn das weibliche Bindegewebe
soll mit Einsetzen der Geschlechtsreife dehnbar sein, um sich bei eintretender
Schwangerschaft an die Größenveränderungen des Embryos anpassen zu können.
Hat sich die Cellulite erst einmal entwickelt, kommen Stoffwechselprobleme
hinzu und verschlimmern die Situation noch: Aufgeblähte Fettzellen behindern
den Abfluss von Lymphe und Blut, wodurch Wasser in das umliegende Gewebe
abgepresst wird. Ergebnis: Die Haut ringsherum schwillt zusätzlich an.
80 Prozent aller Frauen über 20 Jahre sind von diesem Phänomen mehr oder weniger stark betroffen.
Was kann man gegen Cellulite unternehmen?
Aus medizinischer Sicht handelt es sich bei der Cellulite um ein kosmetisches
Problem. Praktisch nur Frauen sind betroffen. Der unterschiedliche Hormonhaushalt
bei Männern und Frauen beeinflusst den Aufbau des Unterhautfettgewebes, dessen
spezielle Anordnung bei der Frau die Hauptursache der Cellulite darstellt.
Körpergewicht optimieren
Bei Übergewicht kommt es generell zu einer vermehrten Fettansammlung in allen
Geweben und besonders natürlich in den Problemzonen Bauch, Beine, Po. Hierdurch
wird jede Cellulite verstärkt. Ein wichtiger Schritt ist daher die Normalisierung
des Körpergewichtes:
Sport
Ernährung und Sport sind die zwei wichtigsten Faktoren, die Cellulite massiv beeinflussen und verbessern können.
Sinnvolle sind Ausdauerdisziplinen wie:
- Jogging
- Walking und Nordisch Walking
- Fahrradfahren und Biken
- Aquajoggen und Aquafit
- Alle anderen Sportarten die mit einer Verbesserung der Kondition und Muskelausdauer (aerobe Muskulatur) führen.
Die Kraftsportarten verbessern eine Cellulite auch, aber sie fördern Volumen(Muskel-) -Zuwachs, was zu unästhetischen Körperproportionen führen kann.
Ernährung
Es ist wichtig sich abwechslungsreich zu ernähren. Der Ziel muss es sein,
sein Wunsch- oder Idealgewicht zu erreichen. Oftmals reicht eine Gewichtsabnahme
von 3 - 5 kg für eine deutliche Verbesserung des Hautbildes.
Grundsätzlich gilt:
- Eiweißreiche Kost
- Viele Früchte und Gemüse
- Möglichst wenig Fett und ausgewählte Kohlenhydrate, die einen tiefen glykämischen Index aufweisen.
Hierdurch bleibt länger ein Sättigungsgefühl vorhanden ohne dass Heißhungerattacken zu unkontrollierter Nahrungsaufnahme führen.
Was ist ein glykämischer Index ? Erfahren Sie hier...
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